Römerfunde

Römische Funde um Wolfersweiler von Martin Weiler

Bereits in vorgeschichtlicher Zeit war der Raum um   Wolfersweiler besiedelt. Über die zeitliche Einstufung – Hallstatt- und frühe   Latènezeit – gaben Ausgrabungen unter der Leitung des Landesphysikus Dr. Upmann,   Birkenfeld, am 5. und 9. September 1844 am Heidskopf, weiter im August 1845 im   gleichen Bereich vorgenommen, Aufschluß. Bedeutsamster Fund war ein goldener   Handring

Weitaus zahlreicher sind die Relikte aus römischer Zeit:

  1. Der Messerborn, ein römischer Brunnen in Flur 2. Einfassung mit   Sandsteinquadern; die lichte Weite der quadratischen Anlage beträgt 1,30 Meter.   Nach einem Bericht von Upmann fanden sich 1840 in diesem Brunnen römische Münzen   und „deutsche“ (?) Figuren aus Holz, wohl römische Votivgaben. Sie gelangten in   die Sammlung des St. Wendeler Vereins und sind verschollen.
  1. Rommeswiese: Massenfund römischer Gefäße. Am 17. Oktober 1911 stießen   Arbeiter bei der Quellenfassung für die gemeindliche Wasserleitung auf einen   römischen Krug und Gefäßscherben in 60 Zentimeter Tiefe. Am 10. Juli 1912 gelang   ein Hauptfund: 10 Meter unterhalb der früheren Fundstelle lagen im Schwemmboden   in 1,70 Meter Tiefe römische Scherben in großer Menge, darunter die Ausgüsse und   Böden von mindestens 80 Henkelkrügen. Da etwa 20 Meter oberhalb eine starke   Quelle zutage tritt, kann ein Zusammenhang vermutet werden; die Quelle dürfte   von nahen Höfen benutzt worden sein.
  1. Allhopp = Alter Hof. Kurz nach 1890 wurden links neben dem Wege, der von der   Freisbrücke zum Buchwald führt (heute hinter der Bahnunterführung), auf dem über   dem Wiesengrund erhöhten Flurbezirk Allhopp im Acker des Landwirts Müller,   rechts von der Angewann, mehrere Sandsteinquader ausgegraben, die teilweise   Inschriften und Ornamente trugen. Sie wurden vom Besitzer beim Bau seiner   Scheune vermauert. Im März 1894 sind an gleicher Stelle Sandsteinblöcke und   behauene Quadern gefördert worden (mit Inschriftrest, Länge 62 cm, Höhe 28 cm,   und ein Quader mit Rosettenornament, Länge 75 cm, Höhe 61 cm). Am 20. August   1894 grub der „Verein für Altertumskunde im Fürstentum Birkenfeld“ ein in den   Lettboden eingegrabenes, von der Angewann nach Norden gerichtetes Rechteck von   6,15 m Länge und 3,70 m Breite aus; die Wände waren mit Sandsteinplatten   eingefaßt.
  1. Kellersborn am Kuckenberg: Nahe der Ausmündung des Kuckenberggrabens fand   man bei der Tieferlegung des Feldweges ein frührömisches Brandgrab.
  1. Römischer Brennofen für Gebrauchskeramik: Im Herbst 1937 pflügte der   Landwirt Walter Bernhardt in Flur 2, Auf dem Gespreit, einen Stoppelacker, der   etwa 100 Meter südlich des „Messerborns“ gelegen ist. Dabei riß der Pflug einen   großen behauenen Stein aus dem Boden, der auf einer Seite stark geschwärzt war.   Mit dem Peitschenstiel an der Fundstelle stochernd, traf der Pflüger in einen   Hohlraum, in dessen Tiefe der Peitschenstiel fast ganz verschwand. Bei   fortgesetzter Suche kamen weitere einseitig geschwärzte Steine zum Vorschein,   die auf einen Kamin schließen ließen. Noch am gleichen Abend begannen Walter   Bernhardt, der Sägewerksbesitzer Walter Müller und Architekt Zenner an dieser   Stelle zu graben. Sie legten tatsächlich einen Kamin mit den Außenmaßen 50 cm   mal 50 cm frei. In etwa 1,50 Meter Tiefe fanden sie eine an den Kamin   angeschlossene Brennkammer mit den Außenmaßen ca. 1,00 Meter mal 0,60 Meter mal   0,50 Meter; drei weitere Kammern gleicher Art waren mit der ersten kreuzförmig   um den Kamin angeordnet. Alle zeigten sich aus Natursteinen gemauert; die Fugen   waren mit Lehm abgedichtet, in dem sich noch die Fingerspuren, die beim   Verschmieren zurückgeblieben sind, abzeichneten. Vor der ausgegrabenen Kammer   lagerte Asche, mit Gefäßscherben durchsetzt, in fast 60 Zentimeter Höhe.   Architekt Zenner verständigte das Rheinische Landesmuseum in Trier über den   Fund; Angehörige der Museumsverwaltung besichtigten den Fundort und nahmen zwei   Behälter mit Asche und Scherben mit. Veröffentlichungen über diesen Fund,   vielleicht bedingt durch den 2. Weltkrieg, sind nicht bekannt. Übrigens wurde   damals die Fundstelle wieder zugeschüttet. Nach der Landzusammenlegung befindet   sich der Acker heute im Besitz des Landwirts Alois Lauer. Die Fundstelle liegt   in einem Gelände, in dem mehrfach römisches Mauerwerk und Fundamente freigelegt   wurden; leider sind die Steine meistens zum Hausbau verwendet worden. Prof. Dr.   Baldes und Dr. Behrens vermuteten 1914 am „Messerborn“ ein römisches Heiligtum.   Der gefundene Brennofen deutet auf wirtschaftliche Tätigkeit und damit auf eine   Ansiedlung, die wohl in den Wirren der Völkerwanderung untergegangen ist, ohne   daß ihr Name erhalten blieb. Auf frühere Gebäude weisen die zahllosen   Ziegelstückchen hin, die sich auf den Äckern finden. Der Heimatforscher Back,   Gymnasialdirektor in Birkenfeld, vertrat um 1890 die Meinung, daß eine römische   Straße Leitzweiler – Gimbweiler im „Gespreit“ die alte Straße Wolfersweiler –   Birkenfeld kreuzte, über die vermutete Siedlung zur Furt durch die Preis zur   Südwestecke des Buchwaldes in Richtung Walhausen führte, dabei den „Allhopp“ an   das Verkehrsnetz anschließend. Vielleicht wird im Bereich „Gespreit“ der Spaten   eines Tages neue Erkenntnisse fördern!

Quelle:
Kataloge west- und süddeutscher   Altertumssammlungen III Birkenfeld von Prof. Dr. Baldes und Dr. Behrens verlegt   Frankfurt/M. 1914