Geschichte

Der Ortsteil Wolfersweiler erscheint 1156 als “Wolffervillare“ und bereits 1290 unter dem heutigen Namen sehr ähnlich “Wolferswilre“. Vermutlich steckt wie bei Gonnesweiler ein Personenname hinter der Ortsbezeichnung. Das Dorf muss den zahlreichen Fundstellen nach aus einer nicht unbedeutenden keltisch-römischen Siedlung hervorgegangen sein.

Wolfersweiler war bis zum Ende des 15. Jahrhunderts Sitz einer Gerichtsschultheißerei, verlor jedoch nach und nach gegenüber dem benachbarten Nohfelden an Bedeutung. Dies galt nicht für die Pfarrei, die auch heute noch den größten evangelischen Pfarrbezirk in der Gemeinde darstellt. Über die Rolle der Pfarrei Wolfersweiler in der Reformationszeit berichtet Alban Braun in seinem Aufsatz zum Lutherjahr 1983.

Der hl. Laurentius, Kirchenpatron und Beschützer vor Feuer, Brandwunden und Rotlauf, dessen Gedenktag am 10. August früher als bedeutender Viehmarkt, heute als Volksfest begangen wird, hat auch der 1720 erbauten Mühle am Freisbach seinen Namen gegeben.

 

Der Gefangene von Schloss Nohfelden

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde das Herzogtum   Pfalz-Zweibrücken von Herzog Ludwig regiert. Sein ältester Sohn, Pfalzgraf   Kaspar, sollte dereinst das Erbe antreten. Er zeigte allerdings schon in seiner   Jugend allerlei schlechte Eigenschaften. Er war unruhig, eigensinnig, seinem   Vater ungehorsam und dazu von beschränktem Verstand, so daß schon frühzeitig zu   erkennen war, daß ihm ein großer Teil der Fähigkeiten zur Regierung abging.
Wie es dazu kam, dass Kaspar auf Schloss Nohfelden imhaftiert wurde, lesen sie hier.

Familiennamen

Das erste vollständige Einwohnerverzeichnis von Wolfersweiler stammt aus dem Jahre 1609. Wenige Jahre vor Beginn des 30jährigen Krieges zählte der Ort 35 Häuser und 200 Einwohner. Die Angaben sind der Niederschrift über das Ergebnis der „Kirchenvisitationen im kirchlichen Verwaltungsbereich Kusel/Pfalz“ entnommen, die Professor Hermann Friedrich Macco, Berlin-Steglitz, nach dem ersten Weltkrieg auf dem Dachboden des evangelischen Pfarrhauses in Konken, unweit Kusel, entdeckt hat. Weiter

Kleiner Bilderbogen aus der Geschichte der Kirche in Wolfersweiler seit der Reformation

Betrachtungen über das kirchliche Leben in Wolfesweiler von 1517 bis 2004. Die letzten zehn Jahre werden in notwendigem Abstand einmal nachgetragen. Weiter

Die Laurentiusmühle in Wolfersweiler

Die Laurentius-Mühle, im Volksmund „Lorenze-Mühl“   genannt, liegt, überschattet von hohen Erlen und alten Obstbäumen, als erstes   Haus von Wolfersweiler unterhalb der Böschung der Landstraße, die von Nohfelden   herkommt. Diese hieß in vergangenen Zeiten „Lichtenberger Straße“, weil auf ihr   der Verkehr von der Bergfeste Lichtenberg der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken   vorbeiströmte zu ihrer Burg und der Kupferhütte in Nohfelden und zu ihren   Besitzungen bis zum Achtelsbacher Hochwald. In Nohfelden aber nennt man die   Straße heute noch „Kirrweg“, d. h. Kirchweg, und drückt damit eine noch ältere   Bedeutung aus, die sie für den Ort hatte, als er noch keine eigene Kirche besaß,   die dann um das Jahr 1440 erbaut wurde. Heute ist aber die Straße noch   „Kirchweg“ für den katholischen Bevölkerungsteil der Gemeinde zum Gotteshaus in   Wolfersweiler. Sie geht diesen Weg zur sonntäglichen Andacht, wie sie einst, vor   430 Jahren, vor der Zeit der Glaubensspaltung, die Bevölkerung zahlreicher   umliegender Ortschaften in die jetzt evangelische Kirche in Wolfersweiler   führte. Weiter

Römische Funde um Wolfersweiler

Bereits in vorgeschichtlicher Zeit war der Raum um   Wolfersweiler besiedelt. Über die zeitliche Einstufung – Hallstatt- und frühe   Latènezeit – gaben Ausgrabungen unter der Leitung des Landesphysikus Dr. Upmann,   Birkenfeld, am 5. und 9. September 1844 am Heidskopf, weiter im August 1845 im   gleichen Bereich vorgenommen, Aufschluß. Bedeutsamster Fund war ein goldener   Handring. Weitaus zahlreicher sind die Relikte aus römischer Zeit: Weiter

Aus der Wolfersweiler Schulgeschichte

Über lange Jahrhunderte kann in Deutschland nicht von einem systematischen Schulwesen gesprochen werden, insbesondere nicht im ländlichen Raum. Es gab Klosterschulen, Ritterschulen, private Schulen etc.; alle diese Einrichtungen dienten kleinen Gruppen. Erst die Aufklärung wollte allen Bevölkerungsschichten wenigstens ein Minimum an Bildung zugestehen. Insbesondere Martin Luther bewegte vieles. („Bürgermeister, Fürsten und Edelleute können wir entraten, Schulen aber nicht; denn sie müssen die Welt regieren!“) Weiter

Wappen der Gemeinde Wolfersweiler

Unter silbernem Wellenschildhaupt in Blau springender silberner Wolf. Das Wellenschildhaupt deutet auf die Lage des Dorfes an einem Wasserlauf hin. Weiter

Zunftwesen, Zunftsiegel und wandernde Gesellen

Die Anfänge des Zunftwesens gehen bis in das 12. Jahrhundert   zurück. Aus den Handwerksgilden entwickelten sich die Zünfte. Es handelte sich dabei um Zwangsorganisationen, in denen alle ein Handwerk ausübende Meister und Gesellen zusammengeschlossen waren. In der Blütezeit der Zünfte -15./16. Jahrhundert – kontrollierten sie die Preisgestaltung, überwachten die Güte der geleisteten Arbeit und sorgten für ein ausreichendes Einkommen aller Zunftgenossen. Im ausgehenden Mittelalter stellten die Zünfte das Gegengewicht gegen das städtische Patriziat dar und erkämpften sich Freiheiten und Rechte. Weiter